Der Begriff Primärtherapie geht zurück auf Arthur Janov, der die von ihm sogenannte Primal Therapy in den 1960ern entwickelte und bekannt machte. Wie die meisten psychotherapeutischen Ansätze wurde auch der von Janov weiterentwickelt. Eine dieser Weiterentwicklungen fand am Coloman-Institut statt und wurde neben anderen von Ingrid Hering unter der Bezeichnung Integrative Primärtherapie praktiziert und weitervermittelt. Im Zentrum der primärtherapeutischen Arbeit steht meiner Auffassung nach das Gefühl. Durch die bewußte und intensive Wahrnehmung der Gefühle - seien es angenehme oder unangenehme - kann der Mensch eine Art innere Vollständigkeit und Größe erfahren, die in vielen Fällen heilsam und wohltuend ist: Auf der einen Seite für Menschen, die den Eindruck haben, gar nichts mehr fühlen zu können, auf der anderen Seite für Menschen, deren Gefühlswahrnehmung so intensiv ist, daß sie Ihnen im Alltagsleben Schwierigkeiten bereitet. Das besondere an der Integrativen Primärtherapie ist, daß die intensiven, emotionalen Erfahrungen auch geistig aufgearbeitet werden. Auf der einen Seite kann so ein Verständnis und auch eine Achtung vor der eigenen Geschichte wachsen, und auf der anderen Seite lassen sich in Zusammenarbeit mit dem Therapeuten vielleicht Mittel und Wege finden, damit ein Jeder - so wie er ist - gut und gerne im Leben bestehen kann. zurück Ausbildung |
|